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Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien


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Exil in der Bundesrepublik Deutschland: Bedingungen und Herausforderungen für Künstlerinnen und Künstler

gefördert durch:

Förderung: Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesregierung
Laufzeit: Oktober 2018 bis Juli 2019
Projektleitung: Jochen Oltmer
Projektbearbeitung: Laura Lotte Lemmer

Der Begriff ›Exil‹ wird gegenwärtig sowohl im politischen, medialen als auch im wissenschaftlichen Kontext in aller Regel unmittelbar und ausschließlich auf die Erfahrung von Verfolgung aus politischen und weltanschaulichen Gründen in den Jahren von 1933 bis 1945 bezogen. Im Vordergrund stehen also Flucht und Vertreibung (oder wie es meist heißt: die ›Emigration‹) aus dem nationalsozialistischen Deutschland bzw. aus den von Deutschland seit 1938 erworbenen, eroberten und besetzten Territorien, die in räumliche Bewegungen in alle Welt (konkret rund 80 Zielländer) mündeten. Äußerst selten wird der Begriff Exil auch mit anderen historischen und gegenwärtigen Phänomenen in Verbindung gebracht. Dass auch die Bundesrepublik Deutschland, die bereits mit dem Grundgesetz als ihrem Gründungsdokument politisch Verfolgten Asyl gewährte, von Anbeginn ein Exilland bildete, ist wenig präsent. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 und der vermehrten Aufnahme von Schutzsuchenden insbesondere aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie der Türkei in den vergangenen drei, vier Jahren hat sich die Zahl der Künstlerinnen und Künstler, die in die Bundesrepublik gelangten, erheblich vermehrt.

Ziele des Projekts sind:

1. Auskunft über die Zahl der Künstlerinnen und Künstler zu geben, die im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts auf der Flucht vor Gewalt und politischer Verfolgung aus aller Welt nach Deutschland gekommen sind und hier leben. Darüber hinaus sollen Informationen über Herkunftsländer, Fluchtumstände, Aufenthaltsstatus sowie Arbeits- und Lebensbedingungen zusammengeführt werden.

2. Auskunft über die Förderstrukturen und Fördersysteme in der Bundesrepublik Deutschland und ihr Leistungsvermögen zu geben.

3. Auskunft über die Wahrnehmung des Exillandes Bundesrepublik durch Künstlerinnen und Künstler in den Blick zu geben, aber auch über die Herausforderungen durch andere Sprache und neues Publikum, Verlust von Netzwerken und institutionellen Anbindungen sowie über die künstlerische Auseinandersetzung von schutzsuchenden Künstlerinnen und Künstlern mit dem Exil und mit dem Exilland Bundesrepublik.

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