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Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien


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Kristina Jäger, Foto: privat

Kristina Jäger, M.A.

Universität Osnabrück
IMIS
Neuer Graben 19/21
Raum 03/325
49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4224

jaeger.kristina@gmx.de

Kristina Jäger

Historische Migrationsforschung, Japanstudien, Entsendung und Entsendesysteme.

Seit 1/2015 Doktorandin im IMIS-Graduiertenkolleg „Die Produktion von Migration“
2011-2014 Masterstudium an der Universität Osnabrück: Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen
2009-2010 einjähriger Auslandsaufenthalt an der Bunkyo University, Koshigaya/Japan. JASSO-Stipendiatin (Japan Student Services Organization)
2008–2013 Mitarbeiterin bei der EDU-CON Strategic Education Consulting GmbH im Bereich Bildungsforschung und -beratung
2006-2011 Studium an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Zwei-Fach-Bachelor: Modernes Japan (KF), Geschichte (EF)

Dissertationsprojekt:

Produktion von Migration durch Entsendung. Strategien und Praktiken multinationaler Unternehmen

Entsendung oder sogenannte Expatriate-Migration ist ein von der Migrationsforschung bislang wenig berücksichtigtes Phänomen, das von anderen Formen der Arbeitsmigration wie beispielsweise Gastarbeiter- oder Hochqualifizierten-Migration abgesetzt werden kann. Ein wesentlicher Unterschied ist hierbei der Initiator, der die spezifischen Kanäle von Migration öffnet: Während Gastarbeiterprogramme und die Anwerbung hochqualifizierter Arbeitskräfte weithin vom Staat und öffentlichen Institutionen initiiert und gesteuert werden, übernehmen dies im Fall von Entsendung die jeweiligen Unternehmen selbst. Hierzu handeln sie einerseits mit ihren Mitarbeitern, andererseits mit Akteuren vor Ort die Bedingungen und die Gestaltung der Entsendung aus. Auf diese Weise entstehen spezifische Migrationsregime, die sich größtenteils der öffentlichen Wahrnehmung entziehen und deren Genese und Funktionsweise bislang als kaum wissenschaftlich untersucht gelten können.
Die Art und Weise wie Unternehmen in Kooperation und Konflikt mit zum Teil außerhalb ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten liegenden Akteuren treten, um die Entsendung ihrer Mitarbeiter gestalten zu können, steht im Fokus des Projekts. Nicht selten werden eigene Aushandlungsinstrumente entwickelt, wie eigene Vereine und Institutionen, die im Prozess der Aushandlung genutzt werden und die das Agieren außerhalb des Rahmens des eigenen Unternehmens vereinfachen sollen. Organisationen und Institutionen von und für Entsandte, wie eigene Schulen und Vereine sowie deren Position und Verbindung zu Unternehmen mit Entsendepraxis und zu anderen Aushandlungspartnern sind bislang von der Forschung unberücksichtigt. Aushandlungspartner vor Ort können kommunale und städtische Stellen und Behörden sein, die Strukturbildungen begünstigen oder erschweren, sowie lokale und nationale Politiken.
Das Dissertationsprojekt wird anhand einer Fallstudie, Entsendepraktiken und -strategien des global players Siemens nach Japan seit den 1950er Jahren, durchgeführt.

Publikationen

Japans Hauptstadt in Deutschland –wie Düsseldorf sich zum wichtigsten Ziel japanischer Investitionen machte, in: Standort (2017) 41: 20-26. doi:10.1007/s00548-017-0462-4, http://rdcu.be/pFKC

Strukturen und Muster der Mitarbeiterentsendung von Siemens nach Japan in den 1950er Jahren, in: Tagungsband „An die Arbeit!“ Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert. Heidelberg 2017.

Japan in Düsseldorf: historischer Überblick, in: Shingo Shimada und Christian Tagsold (Hrsg.), Japan in Düsseldorf: Geschichte und Struktur der Diaspora. Reihe Kultur- und Sozialwissenschaftliche Japanforschung Bd. 2. Düsseldorf 2017.

[mit Gertrud Hovestadt und Pia Niehues] Handel mit Bildung – Internationale Bildungsanbieter auf dem deutschen Markt 2010. Dritte Fortschreibung. Arbeitspapier, Bildung und Qualifizierung Bd. 263, Hans-Böckler Stiftung (Hrsg.), Düsseldorf 2013, http://www.boeckler.de/6299.htm?produkt=HBS-005674&chunk=1

Der Gokoku-Schrein der Präfektur Saitama, in: Christian Tagsold (Hrsg.), Nationale Erinnerung in der Peripherie: Die Gokoku-Schreine. Düsseldorfer Japanstudien Bd. 2. Düsseldorf 2011, http://djasneu.phil-fak.uni-duesseldorf.de/?page_id=435

[mit Gertrud Hovestadt und Pia Niehues] Familiäre Lebenslagen von Kindern mit Schulproblemen im Landkreis Osnabrück, in: Landrat Osnabrück (Hrsg.): Bildungsbericht für den Landkreis Osnabrück 2010. Osnabrück 2011.

Vorträge

Die Produktion von Migration durch multinationale Unternehmen. Die Genese des Entsendesystems von Siemens zwischen Deutschland und Japan. Vortrag auf dem Nachwuchssymposium „An die Arbeit! Minderheiten und Erwerbserfahrungen im 19. und 20. Jahrhundert“ an der Universität Heidelberg, 25.-26.06.2015.

Verstetigung japanischer Migration nach Düsseldorf in den 1950er bis in die 1980er Jahre. Öffentlicher Vortrag an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 30.01.2015.

Auswirkungen von Entsendepraktiken multinationaler Unternehmen auf den städtischen Raum und die Förderung von Unternehmensansiedlung durch städtische Akteure. Vortrag auf dem Workshop „Ausländische Direktinvestitionen in Europa – Auswirkungen, Wahrnehmung und Reaktion“ am Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig, 13/14.11.2014.